Post an Frau Merkel 43
Verschiedene Meinungen
Seit die Energieszenarien auf dem Tisch liegen, gibt es viele unterschiedliche Meinungen dazu. Röttgen sagt, die Laufzeitverlängerungen hätten laut der Studie nur marginale Auswirkungen, Brüderle liest bis zu 20 Jahre Laufzeitverlängerungen als sinnvoll heraus und Kanzlerin Merkel hält seither 10 bis 15 Jahre für fachlich vernünftig.
Sinnhaftigkeit der Szenarien
In den neuen Energieszenarien wird nach den Auswirkungen von Laufzeitverlängerungen auf den deutschen Strommarkt gefragt. 4, 12, 20 oder 28 Jahre stehen dabei zur Debatte. Beim Kontollszenario werden Annahmen mit schlechten Ausgangsgsbedingungen für Effizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien angenommen.
Wenn die Regierung wirklich den Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieunabhängigkeit erreichen möchte, stellt sich die Frage, warum sie nicht mit anderen, objektiveren Vorzeichen geforscht hat?
Vermutlich, weil es diese unabhängigen Szenarien längst gibt. Auch das BMU hat ein solches herausgegeben. Das sogenannte Leitszenario 2009 hatte bereits herausstellt, „dass die nächsten Jahre darüber entscheiden, ob das Fenster für einen Erfolg versprechenden Weg in eine nachhaltige Energieversorgung rechtzeitig geöffnet wird.“
Die Faktoren für einen schnellen Umbau stehen seit Jahren fest und werden auch in dem Leitszenario, wie in vielen anderen unabhängig fragenden Gutachten wiederholt. Notwendig sind gut regelbare Kraftwerke, intelligente Stromnutzung, Speicher und Ausbau der Netze. Lange politische Diskussionen über alte Technologien sind kontraproduktiv und kosten der Volkswirtschaft Finanzkraft.
Intelligente Netze
Für einen funktionierenden erneuerbaren Strommarkt ist es wichtig, Stromproduzenten, Verbraucher und Speichertechnologien klug miteinander zu kombinieren. Herzstück dabei ist ein Steuersystem, das alle Mitspieler bündelt. Verschiedene Produzenten (Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie) speisen ihren Strom ein. Verbraucher wie Haushalte, öffentliche Gebäude und Industrie sind zum Beispiel durch intelligente Zähler in das System eingebunden. Diese Zähler ermöglichen ein Weg- und Zuschalten von bestimmten Geräten und lassen so eine zeitliche Umverteilung von Strommengen zu. Weht etwa sehr viel Wind, so werden Maschinen oder Geräte aus Industrie oder Haushalt zugeschaltet. Steht gerade weniger Strom zur Verfügung, dann können Verbraucher, wie z. B. Kühlhäuser, auch einige Zeit vom Netz gehen.
Für die verbleibende überschüssige Energie werden Speichertechnologien benötigt. Das können Pumpwasserspeicherkraftwerke, Druckluftspeicher, Elektroautos oder Kühl- und Wärmesysteme sein.
Europaweite, sogenannte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) können große Strommengen weiträumig umverteilen. Energie wird somit dort hingeleitet, wo jeweils Bedarf besteht und die Notwendigkeit, den Strom zu speichern, sinkt.
Erneuerbare Energien brauchen einen flexiblen Strommarkt. Stromproduzenten, Speichertechnologien und Verbraucher spielen eng zusammen. Zentrale große Kraftwerke, meist betrieben mit Kohle oder Atom, können das nicht annäherndleisten.
Die neuen Player auf dem Markt müssen sich schnell an die bestehende Stromproduktion und -abnahme anpassen können. Kleine Blockheizkraftwerke können so etwas beispielsweiseleisten, weil diese kleinen Motoren innerhalb von kürzester Zeit hoch und runter gefahren werden können. Zusammengeschaltet können sie auch zu sogenannten virtuellen Kraftwerken werden und effizient genau so viel Strom liefern, wie gerade gebraucht wird. Diese Blockheizkraftwerke können auf lange Sicht auch mit Biomasse (Biogas oder Pflanzenöl) beheizt werden.
Können das Kernkraftwerke regeln?
In einer von E.on bezahlten Studie des Institutes für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart hat Matthias Hundt dargelegt, dass Kernkraftwerke regelbar sind, Druckwasserreaktoren mehr als Siedewasserreaktoren. Laut dieser ...





