Der Autokonzern Volkswagen ordnet Kurzarbeit für rund zwei Drittel seiner Mitarbeiter in Deutschland an. Die Kurzarbeit gilt zunächst befristet. Außer VW haben BMW, Daimler, MAN und Zulieferer der Branche verkürzte Arbeitszeiten beschlossen. Für die Mitarbeiter bedeutet dies Lohneinbußen.
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schuster gebauer volkert vw
Januar 20, 2009
November 3, 2007
Wem nützt es?
Mit einer gewissen Genugtuung sehe ich aus der Ferne und mit Hartz IV zu. Der Große ohne Herz und Sinn für Verantwortung gegenüber dem einzelnen gerät ins Wanken.
Angst, nackte Angst um ihre kleine Existenz mach sich breit. Fremde Tränen schmecken süß. Wenn völlig charakterlose Leute Mobbing">andere in den Tod treiben, dann allerdings, geht Mobbing/Firmen/Autostadt/ServiceHaus/DetlevLengsfeld/Aufkl%C3%A4rung_der_Mobbingvorw%C3%BCrfe?highlight=%28osterloh%29" title="Mobbing mit Wissen des VW Betriebsrat">Osterloh und Co das nichts an. Mobbing weg">Verantwortung und Vorstandshaftung sind dann Planeten des Monde des Arbeitsrechts weit ab vom Schuß.
Aber die Zeit kommt:
"Die VW-Verantwortlichen halten die Volkswagen/VW-Aff%C3%A4re" title="VW und die IG Metall bei Mobbing ohne Macht?">Affäre eher für einen Mobbing pur und alle sehen weg">Betriebsunfall"Laßt uns Spaß haben!
Hans Leyendecker im Gespräch über seine Buch-Recherche, Korruption, Bestechung, Volkswagen und Siemens
Herr Leyendecker, nennen Sie bitte spontan einen Namen zum Stichwort Mobbing und Korruption gehören zusammen">Korruption.
Soll ich den Übelsten nennen? Nein, ich nenne den nettesten Manager: Andreas von Zitzewitz, der ehemalige Infineon-Topmanager. Und: Der hat eine tolle Frau. Die hat sechs Stunden Cello gespielt, als die Staatsanwaltschaft ihr Haus durchsuchte.
Haben Sie Manager zu ihrem neuen Buch befragen können?
Doch, ja. Im Fall Siemens waren es immerhin 18 Gesprächspartner. Bei VW war das ungleich schwerer. Bernd Pischetsrieder wollte ich sprechen. Ich wollte wissen, ob er den Mobbing keine Zeit">Peter Hartz loswerden wollte. Aber Pischetsrieder wollte nichts sagen. Bei Ferdinand Piëch habe ich viele Versuche gestartet. Alle vergeblich.
Sind Ihre Recherchen von einem der im Buch behandelten Unternehmen behindert worden?
Nein. Im Gegenteil. Bei Siemens gab es großes Interesse an der Stoßrichtung meines Buches: eine neue Unternehmenskultur. Bei VW hatte ich den Eindruck, dass die Verantwortlichen die Affäre eher für einen Betriebsunfall halten – Piëchs Einfluss ist zu spüren.
Wie haben Sie Ihre Recherche strukturiert?
Akten-Studium und Gespräche. Ich habe versucht, Vorgänge zu klären, auch abseits der Recherchen der Staatsanwaltschaften.
Sie bescheinigen der Siemens-Führungsebene Scheinheiligkeit und Ferdinand Piëch vorgebliche Ahnungslosigkeit. Ist da ein Unterschied?
Ja. Die Siemens-Ebene hat offenbar ein System etabliert, in dem Mitarbeiter glaubten, mit Arroganz und illegalen Zahlungen ans Ziel zu kommen.
Bei Volkswagen ist das anders. Es geht um Korruption in einem Unternehmen.
Gelernt habe ich: Piëch gewinnt immer. Er behauptet, dass er die Vorgänge um Peter Hartz nicht kannte. Das kann ihm keiner widerlegen. Dabei ist es absurd zu glauben, dass Hartz das System in nur einem halben Jahr als eigenes Ding aufgebaut hat. Es heißt nicht umsonst bei VW: Piëch weiß alles, hängt aber nie drin.
Sie haben in der Schilderung der VW-Affäre die Sprache Ferdinand Piëchs – spricht schlecht, liest wenig – und Peter Hartz’ – spricht wie ein pensionierter Schalterbeamter – hervorgehoben. Warum?
Bei Hartz ist es deshalb wichtig gewesen, weil mit seinem Namen eine intellektuelle Leistung verbunden wird. Dabei war er nichts ohne seinen Helfer Helmuth Schuster. Bei Piëch war es wichtig zu beschreiben, dass das ein Mensch ist, der nur Techniker ist. Der braucht keine Sprache.
Helmuth Schuster, ebenfalls Hauptperson in der VW-Affäre, haben Sie recht deutlich Charakterschwäche unterstellt. Sind nicht alle Protagonisten charakterschwach?
Oh, es gibt auch ein paar nette Hauptpersonen.Schuster hat sich ja anfangs gewehrt gegen die Praxis der Spesenabrechnungen.Aber er hat die Bodenhaftung verloren.
Die Bedingungen für das Funktionieren der Korruption setzt ja das Unternehmen, das sie zulässt.
Blöd, wenn man nicht mitmachte, wird mancher gedacht haben – anfangs.
Hans-Joachim Gebauer umschreiben Sie mit "dümmlich im Verstehen". Ist er der Hanswurst in der Affäre?
Ja. Gebauer ist einer, den man in jeder größeren Organisation findet.Der klassische Kofferträger, der immer die Hoffnung hat, irgendwie aufzusteigen.
Ihrer Schilderung nach wirkt die VW-Affäre wie ein perfides Marionettenspiel, in dem Ferdinand Piëch die Fäden zieht. Fehlen da nicht noch ein paar Figuren?
Aber Ja! Ich vermisse Bernd Pischetsrieder.Der hat die Schwächen von Peter Hartz erkannt, und auf einmal gibt es ihn nicht mehr.Schade, einer, der hingeguckt hat, verschwindet durch die Tapetentür!
Er wäre der in dem Marionettenspiel gewesen, der die Konsequenzen gezogen hätte. So wie es jetzt Peter Löscher als Vorstandsvorsitzender bei Siemens mit einem Anti-Korruptionsvorstand macht.
Aber hat bei Volkswagen jemand aus dem Fall Lopez gelernt? Oder aus der aktuellen Affäre? Bei so einer allmächtigen Figur wie Piëch ist das nicht möglich.
Sprechen wir über die Strafverfolgungsbehörden. Steht die Braunschweiger Staatsanwaltschaft gut da?
Man muss sich fragen, was passiert wäre, wenn Gebauers Anwalt Wolfgang Kubicki nicht den Medienauftritt gesucht hätte, wenn er Gebauer nicht als kleines Licht und Hartz als großen Bösewicht hingestellt hätte, wenn er nicht bemerkt hätte, dass Volkert Sonderzahlungen erhalten hat.
Es ist merkwürdig, dass die Braunschweiger Staatsanwälte nicht gleich losmarschiert sind.Mobbing/StrafAnzeige/Strafanzeige" title="Strafanzeige gegen Otto Ferdinand Wachs und andere">Sind deutsche Staatsanwälte eigentlich für die Wirtschaftskriminalität gerüstet?
Ja. Die sind fit. Aber im Fall VW ist die Person Piëch nicht genug ausgeleuchtet worden. Man hätte härter rangehen können.
Den Deal, den die Braunschweiger Staatsanwaltschaft mit Peter Hartz abgesprochen hat, ist der ein Zeichen für Zaghaftigkeit?
Der Hartz-Deal war auf dem Papier perfekt. Vorbildlich nach dem Muster des Bundesgerichtshofs. Nur die Öffentlichkeit hat den Deal als Ablass-Handel verstanden und so wie bei Hartz wird es vermutlich bald nicht mehr laufen.
Wie würden Staatsanwälte in Bayern vorgegangen sein?
Die Anti-Korruptions-Abteilung einer Staatsanwaltschaft hätte im Fall VW sofort die Konzernzentrale durchsucht und möglicherweise mit Untersuchungshaft gearbeitet. Die Münchner Strafverfolger sind härter.
Könnte ein EU-einheitliches Strafrecht in Sachen Wirtschaftskriminalität hilfreich sein?
Sagen wir, die Deutschen müssen zunächst Hausaufgaben machen und Bestechung von Politikern ernsthaft bestrafen. Dann werden sie auch international ernster genommen. Vereinheitlichen kann man das wohl nicht, das ist auch eine kulturelle Frage.
Welche Elemente amerikanischer Strafverfolgung würden Deutschland gut tun?
Härtere Strafen. Was die Amerikaner beherrschen, ist die Kontrolle der Zuverlässigkeit von Unternehmen mit Hilfe des Unternehmensstrafrechts, das wir nicht kennen. Die Unternehmen müssen aber auch lernen, sich selbst zu kontrollieren; ein Null-Toleranz-Gebot haben. Wer nicht funktioniert, wird gefeuert.
General Electric macht das vor und ist – weitgehend zumindest – ohne Korruption erfolgreich.
Da wird wohl bald wieder eine nötig werden!
GEGENDARSTELLUNG
Auf der Titelseite dieser Zeitung vom 8. Dezember 2006 heißt es unter der Überschrift "VW: Wofür kassieren einige Betriebsräte?": "Bei VW rücken seit 1991 gezahlte hohe Bonusleistungen an Betriebsräte in sechsstelliger Höhe ins Visier der Kritik. Die Zahlungen dauern bis heute an."
Dazu stellen wir fest: Keiner unserer derzeit tätigen Betriebsratmitglieder hat jemals Bonuszahlungen in sechsstelliger Höhe erhalten.
Wolfsburg, den 11. Dezember 2006
Volkswagen AG
ppa.
M. Ganninger
ppa.
Dr. F. Fabian
Nach § 14 Mediendienste-Staatsvertrag sind wir zur Aufnahme von Gegendarstellungen unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt verpflichtet.
Gut dazu paßt der folgende Text. Wiedemal leider nicht von mir:
SUPER-HOLDING*Vom politischen Korporatismus zur Clan-Dynastie von Robert Kurz
Wenn Europas bedeutendster Autokonzern seine Selbstständigkeit verliert, geht ein ganzes Zeitalter zu Ende. Die NS-Gründung Volkswagen bildete das Herzstück der berühmten "Deutschland AG". Hier wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der sonst bei den großen Aktiengesellschaften bloß informelle korporatistische Verbund von Management, Banken, Politik und Gewerkschaften sogar durch eine juristische Grundlage festgeschrieben. Das VW-Gesetz von 1960 begrenzte das Stimmrecht auf 20 Prozent des Grundkapitals und sicherte damit dem Land Niedersachsen als staatlichem Anteilseigner eine Sperrminorität. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof nach langer Kontroverse auf Antrag der EU-Kommission dieses Gesetz erwartungsgemäß gekippt - es behindere den freien Kapitalverkehr, so die Begründung. Damit ist eines der mächtigsten Bollwerke gegen feindliche Übernahmen geschleift worden.
Die Gerichtsentscheidung liegt im Trend. Überall lösen die Banken im Zuge der Globalisierung ihre Industriebeteiligungen auf und die so genannten "goldenen Aktien" der Staatsbeteiligung werden schubweise verscherbelt. Trotz Dementis ist das irgendwann auch bei VW zu erwarten. Bei ihrem Einstieg vor zwei Jahren haben die Eignerfamilien Porsche und Piëch auf den Fall des VW-Gesetzes spekuliert, seither ihren Aktienanteil zügig auf 31 Prozent aufgestockt und sich weitere Optionen gesichert, um schließlich nach der Mehrheit zu greifen. Als einer der größten Übernahmekandidaten wird VW also zunächst sozusagen in familiäre Schutzhaft genommen. Diese Machtverschiebung vom politischen Korporatismus zur Clan-Dynastie degradiert das VW-Management zu Statisten der zweiten Reihe. Bei der im Sommer gegründeten Porsche Automobil Holding, der alsbald VW einverleibt werden soll, hat VW-Chef Winterkorn nichts mehr zu sagen.
Auch der gewerkschaftliche Einfluss beim einstigen Herzstück der Deutschland AG wird ausgehebelt. Von der Götterdämmerung bei VW bleiben die Betriebsratsfürsten nicht verschont. Nach Plänen der neuen Eigner, die mit Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück ausgehandelt wurden, sollen die Belegschaftsvertreter der 12.000 Porsche-Beschäftigten im Aufsichtsrat der Super-Holding gleich viele Sitze erhalten wie die Repräsentanten der 325.000 VW-Beschäftigten. Unmittelbar nach dem Ende des VW-Gesetzes ist VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh mit seiner Klage gegen diesen Deal vor dem Arbeitsgericht Ludwigsburg gescheitert. Der Machtkampf geht mitten durch die IG Metall. Die Frankfurter Zentrale stützt Osterloh, der Bezirk Stuttgart hat sich auf die Seite von Hück geschlagen. Der Konflikt zeigt nicht nur, wie die von Korruptionsaffären längst ausgehöhlte gewerkschaftliche Mitsprache in einem unappetitlichen Postengerangel ihren Geist aufgibt. Es wird auch deutlich, dass sich der soziale Widerstand gegen die Folgen der Globalisierung zunehmend in eine erbitterte Krisenkonkurrenz unter den Belegschaften der großen Konzerne verwandelt.
Die Elite-Autobauer von Porsche sichern ihre Position und ihre Prämien vorbeugend zu Lasten der VW-Belegschaft, die bis jetzt von Werksschließungen und Massenentlassungen verschont blieb. Das könnte sich nach der Machtübernahme durch die Porsche-Autodynastie ändern. Große Sektoren der acht Marken von VW gelten als unrentabel. Schon kursieren Gerüchte, dass der VW-Konzern unter dem Dach der neuen Holding in seine Einzelteile zerschlagen werden soll. Die Vision vom neuen Auto-Giganten ist unglaubwürdig, zumal gerade erst der Traum einer industriellen "Welt AG" bei DaimlerChrysler geplatzt ist. Porsche stellt in Wirklichkeit einen globalen "Hedgefonds mit Automobilproduktion" (Wirtschaftswoche) dar. Die horrenden Gewinne, mit denen VW gekauft wurde, stammen größtenteils aus Währungsspekulationen und Optionsgeschäften, während der Beitrag des eigentlichen Autogeschäfts stetig sinkt. Auf längere Sicht ist es eher wahrscheinlich, dass Porsche VW filetiert und stückweise auf den globalen Unternehmensmarkt wirft, während die Beschäftigung abgeschmolzen wird. Der Wolfsburger Weltuntergang hat gerade erst begonnen.
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